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Pferde-Sport-Verein Wiesbaden Bierstadt e.V.
Unsere Chronik
Im Jahre 1925 wurde der heutige Pferde-Sport-Verein Bierstadt gegründet, der aus der Reitergruppe der Jungbauernschaft hervorging. An dieser Gründung waren Otto Bierbauer (1.Vorsitzender), Ludwig Kilian (Reitlehrer), Albert Steiger, Friedel Emmel, Karl Emmel, August Heuß, Willi Klotz, Willi Schild, Rudolf Schmidt, Emil Weyer, Wilhelm Wörner, Emil Hepp, Friedel Braun und Richard Bierbauer beteiligt.
Der Verein entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem leistungsfähigen Pferdesportverein. Die Reiter der damaligen Zeit waren überwiegend junge Landwirte, die mit ihren Pferden, die tagsüber in der Landwirtschaft gingen, den Sport mit großem Idealismus betrieben. Zunächst beteiligten sie sich an ländlichen Rennen auf der Pferderennbahn in Erbenheim, dem heutigen Flugplatz. Die dressurmäßige Ausbildung, was zu der damaligen Zeit hauptsächlich das Abteilungsreiten war, lag in den Händen von Ludwig Kilian, der durch seine militärische Ausbildung die Voraussetzungen mitbrachte.
Die Reitstunden fanden damals auf dem Ritzel`schen Gelände an der Taunusstraße, heute Zieglerstraße, statt.
In der folgenden Zeit besuchte man kleine Turniere in der näheren Umgebung, auf denen sich bei den ehrgeizigen
jungen Reitern erste Erfolge einstellten. Ein großes Ereignis für den jungen Verein war das ländliche Turnier im Jahre
1928 zu dem seinerzeit schon 150 Pferde gemeldet waren. Es fand auf der neuen Reitsportanlage an der
„Neuen Schule“, der heutigen Hermann-Löns-Schule statt.
Anfang der 30er Jahre übernahm der Ausbilder der berittenen Wiesbadener Polizei, Polizeimeister Willi Bach, die weitere Ausbildung unserer Reiter. Unter ihm hatte die Reitergruppe bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges große Erfolge.
So startete Willi Schild auf dem Turnier bei der „Grünen Woche“ in Berlin. Außerdem gewann die Mannschaft bestehend aus Willi Schild, Alfred Wink, Emil Hepp und Friedel Braun die Trophäe des damaligen Reichsmarschalls.
Durch den unseligen zweiten Weltkrieg wurden alle reitsportlichen Aktivitäten unterbrochen. Einige unserer Mitglieder kehrten nicht mehr von der Front zurück. Doch es mußte weitergehen. Die Freunde des Pferdesportes fanden sich bereits 1948 wieder zusammen, um den Verein aufleben zu lassen. Ein neuer Vorstand wurde gewählt und eine Jugendgruppe gebildet. Die Ausbildung der jungen Reiter übernahm wieder in bewährter Weise Willi Bach.
Zunächst übernahm Willi Klotz die Führung des Vereins, der diese jedoch bald wieder an Otto Bierbauer übergab.
Besonders die Jugendabteilung von denen hauptsächlich Karl Ludwig Hofmann, Fred Steiger, Karl Wilhelm Schild und Joachim Erneier zu nennen sind, waren zu Beginn der 50er Jahre sehr erfolgreich. Sie besuchten Turniere in
Rheinhessen und Hessen und brachten viele Siege und Placierungen mit nach Hause. Fred Steiger war in dieser Zeit einer der erfolgreichsten Reiter der Umgebung. Aber einer aus dieser Jugendabteilung ragte heraus, nämlich der leider viel zu früh verstorbene Karl Ludwig Hofmann. Ihm gelang es schon als Junior in internationale Springen der Klasse S vorzudringen und war gemeinsam mit dem späteren Bundestrainer Hermann Schridde und Olympiasieger Alwin Schockemühle Teilnehmer an den Junioren - Europameisterschaften in Rotterdam.
Anfang der 60er Jahre wurd es im sportlichen Bereich ruhiger im PSV. Nun war es Albert Steiger der umermüdlich dafür sorgte, daß wieder eine Jugendgruppe gegründet wurde. Die Anfänge waren auf einem kleinem Platz an der Kloppenheimer Straße. Doch bald gab es die Gelegenheit ein Wiesenstück von der Bierstadter Kirchengemeinde zu pachten. Das Stück lag direkt am Hof Niederfeld. Dieser Hof, der der Familie Kilian gehört, wurde nun die Heimat des
PSV bis zum heutigen Tag.
1971 übernahm Albert Kilian den Vorsitz des Vereins. Er und sein Sohn Helmut gingen die Sache an, eine Reithalle auf dem Hof Niederfeld zu bauen. Am 23. Januar 1973 konnte die erste Reitstunde in der Halle abgehalten werden. Nun ging es mit dem Vereinsleben steil bergauf. Die aktiven Reiter und Reiterinnen hatten sich auf annähernd 35 erhöht, von denen etwa die Hälfte Turniere besuchte. Die Turnierreiter um Helmut Kilian und Egon Klotz waren eine feste Größe in der Turniersportszene der näheren Umgebung. Immer noch unvergessen der Mannschaftswanderpreis des Reit- und Fahrvereins Wi-Erbenheim, der nach dreimaligen ununterbrochenem Gewinn in den Besitz des Vereins überging. Daran waren Helmut Kilian, Thomas Blum Egon, Klotz, Claudia Hardy und Jutta Prösting beteiligt.
In den letzten 25 Jahren entwickelte sich der Pferde-Sport-Verein ständig weiter. Es wurde fast jedes Jahr ein großes Turnier bis zur Klasse M ausgetragen. Die Mitgliederanzahl stieg bis heute auf 180 Mitglieder von denen mehr als die Hälfte aktiv sind. Mittlerweile stehen unseren Reitern und Reiterinnen 3 Reithallen zur Verfügung, 2 auf dem Hof Niederfeld, die Neue ist eine sehr schöne 60 x 20m Halle mit angrezendem großen Aufenthaltsraum, sowie eine bei
Egon Klotz. Allerdings, so muß man auch einmal anmerken, hat sich in der Ausbildung gegen früher Vieles verändert. Gemeinsame Reitstunden gibt es fast nicht mehr. Das Abteilungsreiten ist aus der Mode gekommen. Heute hat fast
jeder Turnierreiter seinen eigenen Reitlehrer. Einzig die Springreiter machen noch einmal pro Woche eine gemeinsame Springstunde. Es werden auch noch viele Siege und Placierungen auf den Turnieren errungen, wenn man es jedoch ins Verhältnis der 70er Jahre setzt, so sind es doch weniger.
Naturgemäß haben sich Generationswechsel vollzogen. Sowohl in der Führung als auch im sportlichen Bereich. Seit 1988 führt Helmut Kilian sehr erfolgreich den PSV. Sportlich haben Holger Kilian, Sandra Weiß und Simone Klotz die Nachfolger ihrer Väter angetreten. Erfreulich für den Verein ist, wenn man bei so einer Chronik feststellt, daß Bierstadter Familien von der ersten Stunde an bis heute dem Verein die Treue gehalten haben. Es sind dies die Familien Kilian und Klotz, sowie Ute Reichel, deren Großvater Emil Hepp zu den Gründern des Vereins gehörte. Viele ehrenamtliche Helfer haben zu den Turnieren beigetragen, um sie ohne größere Probleme durchzuführen. Sie alle aufzuzählen würde den Rahmen dieser Chronik sprengen.
Der Verein steht finanziell auf gesunden Füßen, hat einen erst vor kurzem mit großem Aufwand sanierten Platz und sieht erwartungsvoll der Zukunft entgegen.